Nun, da deine Abschlussarbeit endlich fertig ist, gibt es noch eine letzte Hürde zu bewältigen: Die Verteidigung deiner Arbeit. Nachdem du deine schriftliche Arbeit abgegeben hast, wird dir meist ein Termin dafür zugeteilt (in manchen Fällen kannst du ihn auch selbst vereinbaren).

Warum gibt es die Verteidigung der Masterarbeit?

Meist verteidigst du deine Masterarbeit vor einer Prüferin/einem Prüfer und/oder einer Prüfungskommission. Lasse dich hier von dem Begriff "Verteidigung" aber nicht entmutigen - es geht nicht darum, dass an deiner Arbeit etwas falsch ist und du sie daher verteidigen musst. Es ist eher eine Formalität. Deine schriftliche Arbeit wurde schon durchgelesen und bewertet, nun geht es darum zu sehen, wie gut du imstande bist, den Inhalt deiner Arbeit sowohl zu präsentieren als auch zu diskutieren.

Wie läuft die Verteidigung einer Masterarbeit ab?

Die Verteidigung deiner Masterarbeit läuft natürlich von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich ab - hier empfehlen wir auf jeden Fall rechtzeitig mit der Prüferin/dem Prüfer in Kontakt zu treten und die entsprechenden Richtlinien deiner Hochschule in Erfahrung zu bringen und sehr gut durchzulesen.

Grundsätzlich besteht die Verteidigung jedoch aus zwei Teilen - einem Präsentationsteil und ein einem anschließenden Diskussionsteil. Im Präsentationsteil präsentierst du die Ergebnisse deiner Arbeit. Die Fragen im Diskussionsteil sind meist offen und sollen dich zur kritischen Reflexion deines Themas anregen. In der Regel dauert eine Verteidigung gesamt nicht mehr als eine Stunde.

Unsere Tipps für die Verteidigung deiner Masterarbeit

Da bei vielen Studentinnen und Studenten der herannahende Termin der Verteidigung der Masterarbeit eine gewissen Unsicherheit auslöst, wollen wir mit diesem Blogpost nützliche Tipps geben und euch ein bisschen die Angst nehmen.

1. Kläre die Rahmenbedingungen ab

Der wohl wichtigste Tipp zur Vorbereitung auf deine Verteidigung ist die Rahmenbedingungen rechtzeitig abzuklären. Das schützt dich vor bösen Überraschungen.

Sprich auf jeden Fall mit deiner Prüferin/deinem Prüfer und kläre die Rahmenbedingungen deiner Hochschule ab. Während die Abläufe in vielen Hochschulen im deutschen Sprachraum ähnlich sind, so hat jede Universität dennoch ihre eigenen Vorgaben, sei es wie lange zum Beispiel deine Präsentation dauern darf, oder welche technischen Hilfsmittel du zur Präsentation verwenden darfst.

Stelle einen Zeitplan auf mit allen Fristen, die du einhalten musst, auf. Oft musst du zum Beispiel deine Powerpoint Präsentation bis zu einem bestimmten Datum abschicken, und diese Fristen können sehr streng sein.

2. Übe die Präsentation

Einer der wichtigsten Punkte in deiner Vorbereitung: Übe die Präsentation. Vor allem auf dein Zeitmanagement wird sehr viel Wert gelegt, daher stoppe mit, wie lange du für deinen Vortrag brauchst. Oft gibt es hierzu genaue Vorgaben.

Es ist auch hilfreich, die Präsentation vor Freunden oder deiner Familie zu halten. Du kannst damit besser die Atmosphäre bei deiner Verteidigung simulieren und dich darauf vorbereiten.

Falls das nicht möglich ist, kannst du dich auch mit dem Handy aufnehmen oder die Präsentation vor dem Spiegel üben. Versuche auch, frei zu sprechen und den Text nicht einfach nur abzulesen. Vergiss nicht, das dein Präsentationsstil in die Gesamtnote einfließen wird.

3. Bereite dich auf die Fragen vor

Selbst wenn es natürlich immer zu Überraschungen kommen kann, kannst du dich auf die meisten Fragen schon gut vorbereiten. Lies dir deine Masterarbeit noch einmal genau durch, und währenddessen verfasse eine Liste an möglichen Fragen. Rechne auch mit Standardfragen, wie zum Beispiel "Warum haben Sie diesen Forschungsansatz gewählt?" oder Fragen nach genaueren Erläuterungen komplizierter Themen.

Finde heraus, wer in der Prüfungskommission sitzt und worin die Expertise der einzelnen Mitglieder liegt. Die meisten Prüferinnen und Prüfer entwickeln im Laufe der Zeit ein bestimmtes Prüfungsschema, welches sie meistens einsetzen. An den meisten Hochschulen gibt es die Möglichkeit, als stiller Beobachter einer Verteidigung beizusitzen. Nütze diese Gelegenheit um dir Eindrücke von deiner Prüferin/deinem Prüfer zu machen.

4. Kleider machen Leute

Vergiss nicht - die Verteidigung deiner Masterarbeit ist ein formeller Anlass. Für dich ist es ein wichtiger Schritt ins Erwachsenenleben, bei dem dich Professoren begleiten, die eine großen Teil deines akademischen Weges mit dir gegangen sind. Selbst wenn deine Universität keine genauen Richtlinien zum Dresscode haben sollte, solltest du dich formell kleiden.

Das bedeutet Business Look - Anzug oder Kostüm, elegante Schuhe, gepflegtes Aussehen. Stell dir einfach vor, du gehst zu einem Bewerbungsgespräch für einen Job. Ein gepflegtes Aussehen wird auch deinem Selbstbewusstsein einen Boost geben.

Du kannst auch zur Sicherheit ein zweites Hemd mitnehmen, es haben schon einige Menschen kurz vor einem wichtigen Termin Kaffee über ihre Kleidung verschüttet..

5. Auf die Technik ist nicht immer Verlass, habe einen Backup-Plan bereit

Das Leben ist unvorhersehbar. Die Technik leider auch. Es gibt keine Garantie, dass deine Powerpoint Präsentation auf dem Computer des Instituts gleich funktionieren wird. Falls solche Dinge dich nervös machen, kannst du dich gut vorbereiten.

Nimm zur Sicherheit deinen eigenen Laptop und USB Stick mit. Du kannst auch Handouts oder Plakate mitnehmen, alles was dir hilft, nicht die Nerven zu verlieren wenn es mit der Technik nicht klappt.

6. Umgang mit deiner Nervosität

Wenn du nicht gerade ein Präsentations-Vollprofi bist, wirst du wahrscheinlich nervös sein. Und das ist ok. Deine Prüferinnen und Prüfer erwarten das auch. Deine Verteidigung ist meist eine Formalität und die Prüfungskommission möchte auch, dass du bestehst. Behalte das stets im Hinterkopf. Eine gute Vorbereitung hilft auf jeden Fall gegen deine Nervosität.

Hier sind ein paar nützliche Tipps:

  • Wenn du die Frage nicht verstehst, darfst du auf jeden Fall um eine Klarstellung bitten.
  • Achte darauf, ob du zu schnell sprichst während deiner Präsentation. Atme tief durch und brems dich selbst ein beim sprechen. Vergiss nicht - was sich wie eine Ewigkeit für dich anfühlt, sind im echten Leben nur wenige Sekunden.
  • Erlaube dir, kurz innezuhalten um die Fragen zu verarbeiten, beantworte sie, und höre auf zu sprechen, wenn du eine Antwort gegeben hast.
  • Während ein Lächeln Spannungen lösen kann, gibt es auch das klassische nervöse Lachen, welches vom Publikum als irritierend empfunden werden kann. Achte auf deine Gesichtsausdrücke.

7. Was tun, wenn du die Antwort nicht weißt

Die größte Angst bereitet dir vielleicht der Gedanke, die Antwort auf eine Frage nicht zu wissen. Während du dich durchaus sehr gut auf die Fragen vorbereiten kannst, ist es unmöglich genau zu wissen, was der Prüfungskommission genau einfallen wird.

Hier können wir dich beruhigen. Es wird immer Lücken in deinem Wissen geben, egal wie gut du über das Thema Bescheid weißt. Und das weiß auch die Prüfungskommission. Sie haben schon viele Verteidigungen gesehen, und sie erwarten keine Perfektion von dir. Es geht nicht darum, alles zu wissen, sondern darum, wie du mit herausfordernden Situationen umgehst. Manchmal kommt es sogar vor, dass die Kommission Fragen stellt, deren Antwort sie selbst nicht wissen, einfach aus Neugierde, oder weil sie deinen Verarbeitungsprozess sehen wollen.

Während es vollkommen in Ordnung ist, manchmal auch einfach "Ich weiß es nicht" zu sagen, kannst du probieren, eine Antwort logisch herzuleiten, indem du so etwas auf die Art ausprobierst: "Ich kenne zwar die Antwort nicht, aber ich würde aufgrund von x und y [...] vermuten, aber um die konkrete Antwort zu bekommen, müsste man [...] nachsehen." Das zeigt deinen Prüferinnen und Prüfern, dass du die Fähigkeit hast, akademisch zu denken.

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